Das Schwierigste im Leben eines Menschen ist
es, eine liebevolle und dauerhafte Beziehung zu einem andern Menschen
aufzubauen und zu unterhalten. Wir lernen Lesen und Schreiben,
Rechnen , Sprachen, Geschichte und Geografie und hundert andere
„nützliche“ Dinge. Doch wie wir eine Beziehung
gestalten, dass sie unseren Bedürfnissen entspricht, hat
uns niemand gezeigt. ........Wir glauben oft, dass Sympathie und
ein allgemeines Gefühl des Wohlbefindens genügt, um
eine Beziehung am Leben zu erhalten. Beziehungen sind jedoch wie
Pflanzen. Die Blume braucht nicht nur genügen Wasser, sondern
auch Nahrung und Zuwendung. Eine Beziehung braucht deshalb –
wie eine sensible Pflanze – Aufmerksamkeit, Zeit und Liebe,
wenn sie gedeihen soll.
Am Beginn einer Paartherapie besteht
bei den meisten Klientenpaaren fast immer der Wunsch, einer Schlichtung
und Beratung bei aktuellen oder immer wieder kommenden Ehe –
oder Familienprobleme und Streitigkeiten. Oft ist es so, dass
einer der Partner glaubt, in einen Psychotherapeuten einen Schiedsrichter
oder Verbündeten zu finden. Dieser Irrglaube resultiert daher,
dass die Mehrzahl der Klientenpaare die Paartherapie nicht als
Therapie sondern als Beratung verstehen. Dies ist nicht
die Aufgabe und Funktion des Therapeuten . Leider hat sich
gleichfalls gezeigt, dass die überwiegende Mehrzahl der KlientenInnen
nicht nach einer eignen psychischen Veränderung streben,
sondern sich diese vom eigenen Partner wünschen (frei nach
dem Motto: „Der Andere soll sich ändern, dann geht es mir/uns doch gut !“). Alle
diese Wünsche und Überlegungen können in einer
Paartherapie unter dem Gesichtspunkt eines „Schiedsrichters“
nicht erfüllt werden und stehen somit im krassen Gegensatz
zu einer „seriösen Paartherapie.“ Die Umsetzung
und Bewusstmachung folgender Themen könnten in einer Paartherapie
entscheidend für einen bessere Paarbeziehung sein: