AOK-Report vom 2.12.2003
Bonn - In Deutschland melden sich immer mehr Arbeitnehmer wegen seelischer Probleme krank. Nach dem jüngsten Fehlzeiten-Report der AOK sind psychische Erkrankungen inzwischen die vierthäufigste Ursache für Fehlzeiten in deutschen Unternehmen. Seit 1994 stieg die Zahl der psychisch bedingten Krankmeldungen von AOK-Mitgliedern demnach um 74,4 Prozent. Am häufigsten seien Depressionen und neurotische Erkrankungen wie Angstzustände, Zwangsstörungen, Reaktionen auf schwere Belastungen und psychosomatische Erkrankungen. Insgesamt ging die Zahl der Krankmeldungen der AOK-Mitglieder im Jahr 2002 allerdings weiter zurück.
Der Statistik zufolge fehlen Frauen am Arbeitsplatz wesentlich häufiger wegen psychischer Krankheiten als Männer. Bei weiblichen Angestellten seien diese Erkrankungen inzwischen zudem der häufigste Grund für eine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit. Auch bei der Berufsunfähigkeit von Männern rangieren seelische Krankheiten aber bereits auf dem zweiten Platz. Mitarbeiter im Gesundheitswesen und in der öffentlichen Verwaltung fehlen laut der Statistik am häufigsten wegen psychischer Krankheit. Die AOK schätzt die volkswirtschaftlichen Kosten durch diese Fehlzeiten für das Jahr 2001 auf drei Milliarden Euro.
Der Fehlzeitenreport beruht auf den Krankmeldungen der knapp elf Millionen erwerbstätigen AOK-Mitglieder im Jahr 2002. Ihr Krankenstand lag 2002 bei 5,2 Prozent. Damit fehlte jedes AOK-Mitglied durchschnittlich 19 Kalendertage, was einem Rückgang von 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entsprach.
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